Witterungsverlauf im September 2026Seit Februar bis einschließlich September war in diesem Jahr jeder Monat zu warm, zu trocken und auch ein jeder überaus sonnig. Zu dieser Bilanz trug der diesjährige September kräftig bei – er lieferte einen Negativrekord zum Niederschlag und Rekordwerte bei den Sommer- und Hitzetagen und belegte auch in der Statistik obere Plätze bei der Temperatur und beim Sonnenschein. Zum Vergleich und zur Einordnung: Im Mittel der zur Zeit gültigen - und 30 Jahre umfassenden - Vergleichsperiode (1991 – 2020) war der September an der Station 13,7 Grad warm, es regnete durchschnittlich 62,5 Liter/Quadratmeter, und die Sonne schien durchschnittlich 174,7 Stunden. Durchschnittlich gab es im September der Vergleichsperiode 4,5 „Sommertage“ und „0,3“ Hitzetage. Der diesjährige September brachte es dagegen auf eine Durchschnittstemperatur von 16,9 Grad, also um 3,2 Grad zu warm, es fielen nur 14,1 (23%) Liter Niederschlag auf jeden Quadratmeter an der Messstelle, und der September kann 272,9 (156%) Stunden Sonnenschein vorweisen. Zudem gab es noch 16 „Sommertage“ mit 25 und mehr Grad und darin enthalten auch noch 4 „Hitzetage“ mit 30 und mehr Grad Celsius. Mit den gemessenen Werten wurde der diesjährige September zum niederschlagsärmsten in der Vergleichsperiode, zum zweitwärmsten nach 2023 mit 17,5 Grad und zum zweitsonnigsten ebenfalls im Jahr 2023 mit 275,6 Sonnenscheinstunden. Übrigens: Der nässeste September war vor 2 Jahren mit 188,7 Litern pro Quadratmeter. Und ebenfalls zur Erinnerung: Der September 2025 war ein Monat großer meteorologischer Gegensätze. Dabei zeigte der September 2025 mal ein hochsommerliches und zum Monatsende hin, ein kaltes, nasses und spätherbstliches Gesicht. In der Gesamtbilanz war der September 2025 bei der Temperatur fast bis aufs Zehntelgrad seinem Durchschnitt entsprechend, auch war der Monat um ein Paar Sonnenscheinstunden zu dunkel, und er fiel viel zu nass aus. Soweit zum September vor einem Jahr. Zum Witterungsverlauf: Gänzlich anders der Witterungsverlauf in diesem Jahr. Der September startete in diesem Jahr hochsommerlich. Hochdruckeinfluss sorgte für reichlich Sonnenschein und sommerliche Höhepunkte. Es gab in der ersten Dekade 7 Sommertage (25 Grad und mehr) und 3 „Hitzetage“ mit 30 und mehr Grad. Wer also noch einmal Freibad- oder Biergartenwetter suchte, der fand dies bei uns im Süden deutlich mehr als im Norden der Republik. In diese Zeit fiel auch der heißeste Tag im diesjährigen September – aber auch im September seit Bestehen der Station im Jahr 1980 - der 8. September 2026 mit plus 32,0 Grad Celsius. In die erste Dekade fiel auch der niederschlagsreichste Tag des Monats mit 10,8 Litern pro Quadratmeter, und dies ebenfalls am 8. September. Dieser Niederschlag fiel im Rahmen eines schnellziehenden Gewitters von Südwesten her kommend in den Abendstunden an diesem Tag. Mit dabei, Sturmböen in der Spitze von 95,8 km/h, was der Windstärke 10 (Schwerer Sturm) entspricht, welche auch Schäden im Zollernalbkreis verursachten. Der Monat war bis zum 10. September um 5,1 Grad zu warm. Nach dem Gewitter legte der Sommer erstmals eine Pause ein. Am 8. noch 32 Grad – einen Tag später waren es nur noch 17,3 Grad als Tageshöchstwert. Wiederum einen Tag später rappelte sich der Sommer aber wieder auf. Von Tag zu Tag wurde es wieder wärmer – Regen fiel keiner – doch die Sonne schien reichlich. Und dann der 23. September. An diesem Tag ist auf der Nordhalbkugel astronomischer Herbstanfang. Dann überquert die Sonne den Erdäquator und bringt damit der Südhalbkugel allmählich den Frühling. An diesem Tag sind überall auf der Welt Tag und Nacht in etwa gleich lang, weshalb man auch von der „Tag-und-Nacht-Gleiche“ spricht. Bei uns fallen die Sonnenstrahlen an diesem Tage zur Mittagszeit dann nur noch in einem Winkel von rund 42 Grad ein – dadurch wird weniger Energie auf eine bestimmte Fläche eingestrahlt – die Temperaturen gehen nun von Monat zu Monat weiter zurück – es geht unweigerlich dem Winter zu. Doch heuer bei uns „noch“ nicht so. Der 23. September war ein lieblicher Spätsommertag, ohne Regen aber mit 23,4 Grad in der Spitze und 11,4 Stunden Sonnenschein. Auch im letzten Monatsdrittel blieb der September mehr sommerlich als herbstlich. Lediglich die Frühtemperaturwerte deuteten auf den Herbst hin und gingen in der Nacht kräftig zurück. So wurde z. B. an der DWD-Station Meßstetten-Appental (900 Meter ü. NN) am 24. mit -1,4 °C der deutschlandweit niedrigste Wert gemessen. Am 25. sackte die Temperatur an der Station in der Frühe am Boden (5 cm darüber) auf plus 0,7 Grad und in der Luft (in 2 Metern Höhe gemessen) auf plus 2,0 Grad ab. Die DTN-Station Albstadt-Doline meldete am selben Tag minus 8,8 Grad am Boden und minus 7,8 Grad Lufttemperatur. Die letzten 4 Tage im September waren alles Sommertage mit mindestens 25,0 Grad Celsius. Mit dabei der 27. September als „Hitzetag“ mit 30,5 Grad. Geregnet hat es – abgesehen von den paar Tropfen in der Nacht zum 1. Oktober - nicht mehr. Und so wurde der September zum trockensten in der Vergleichsperiode und darüber hinaus. Im Vergleichszeitraum (1991 – 2020) regnete es von Januar bis einschließlich September durchschnittlich 628,7 Liter pro Quadratmeter. In diesem Jahr sind es „nur“ 316,8 Liter. Ein Fehl als für diesen Zeitraum von 311,9 Litern – oder anders ausgedrückt: Es regnete nur rund die Hälfte des Üblichen. Es scheint, als ob es ein viel zu trockenes Jahr 2026 werden würde. Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Septembers 2026 betrug plus 16,9 Grad Celsius. Vergangenes Jahr waren es plus 13,9 Grad, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode 1991 - 2020 war es bei uns im September plus 13,7 Grad warm/kalt. Einen Frosttag gab es noch nicht im diesjährigen September, andererseits gab es den Rekord von 16 „Sommertagen“ mit 25 und mehr Grad, darin auch enthalten – und ebenfalls Rekord – von 4 „Hitzetagen“ mit 30 und mehr Grad. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden heuer nur 2 gezählt, und in der Summe kamen auch nur 14,1 Liter pro Quadratmeter zusammen. Im Jahr 2025 regnete es im September 152,7 Liter, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode sind es 62,5 Liter. Nebel wurde an der Station keiner registriert, und auch nur ein nennenswertes Gewitter wurde beobachtet. Gewindet, mit Wind von mindestens der Stärke 6 (39 und mehr km/h) hat es auch nur an einem Tag. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation in diesem Jahr sehr reichlich mit 272,9 Stunden. Im Jahr 2025 waren es 160,8 Stunden, und seit 1991 bis einschließlich 2020 wurden durchschnittlich im September 174,7 Sonnenscheinstunden registriert. Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert. Karl-Heinz Jetter |