Witterungsverlauf Juli 2026Sehr sonnig, sehr heiß und sehr trocken war der Juli im Jahr 2026. Mit den ermittelten Werten wurde er zum drittwärmsten, dem zweitsonnigsten und zum zweittrockensten in der zur Zeit gültigen Vergleichsperiode. Zur Einordnung und nur auf die Station in Balingen-Heselwangen bezogen: Im aktuellen 30 Jahre umfassenden Vergleichszeitraum (1991 – 2020) gerechnet war es bei uns im Juli durchschnittlich 18,4 Grad warm, Niederschlag fiel im Schnitt 99,4 Liter pro Quadratmeter und die Sonne schien durchschnittlich 245,8 Stunden. Durchschnittlich gab es im Vergleichszeitraum im Juli auch 14,3 „Sommertage“ mit 25 und mehr Grad und 3,6 „Hitzetage“ mit 30 und mehr Grad. Der Juli 2026 brachte es dagegen und zum Vergleich auf eine Mitteltemperatur von 21,2 Grad – also um 2,8 Grad zu warm, auf nur 21,1 Liter Niederschlag (21% des Durchschnitts) aber auf beachtliche 352 Sonnenscheinstunden (143%). „Sommertage“ wurden heuer gar 27 gezählt und es gab 10 „Hitzetage“. Was für ein Sommermonat! Mit diesen Werten wurde der Juli zum drittwärmsten nach dem Juli 2006 mit 22,2 Grad Celsius als Monatsmittel und dem von 2015 mit 21.6 Grad Celsius. Beim Sonnenschein sieht es so aus, dass im Vergleichszeitraum nur der von 2022 mit 371,2 Sonnenstunden die Vergleichsnase weiter vorne hat. Und beim Niederschlag war der Juli 2026 mit 17,7 l/qm bis zum Monatsletzten der trockenste. Doch der Regen (3,4 l/qm), welcher in der Nacht zum 1. August fiel und zum Messtermin um 07:50 Uhr ermittelt wird, der wird noch dem Vormonat zugerechnet. Und so wurde der Juli 2026 vom Juli 2022, mit nur 19,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, am Monatsletzten von Platz 1 auf Platz 2 verwiesen. Doch wie so oft und wie es auch beim Wetter ist: Was den einen freut, das ist des anderen Leid. Besitzer von Photovoltaik- anlagen freuten sich über die vielen Sonnenscheinstunden und die dadurch produzierten Kilowattstunden an elektrischer Energie. Die ganze Natur aber, der Wald, die Gartenbesitzer und Landwirte stöhnten und stöhnen aber über die anhaltende Trockenheit und müssen erhebliche Ernteausfälle hinnehmen. Blickt man statistisch auf das Wetterjahr 2026, so zeigt sich, dass von den bis jetzt vergangenen 7 Monaten alle bis auf den Februar zu trocken ausfielen. In Zahlen ausgedrückt: Von Januar bis einschließlich Juli regnete es im Vergleichszeitraum (1981 – 2010) durchschnittlich 482,2 Liter pro Quadratmeter – heuer sind es bislang gerade 253,4 l/qm und grob gerechnet nur die Hälfte des Üblichen. Das bereitet nicht nur den Landwirten Sorge. Doch nicht überall war es so trocken. Die Station Balingen-Heselwangen meldete besagte 21,1 l/qm – Hechingen im Juli aber das Mehrfache, nämlich 74,4 Liter. Dort entluden sich Gewitter – an der Station in Balingen-Heselwangen zogen sie nur vorbei. Im Witterungsverlauf über den Monat hinweg setzte der Juli das heiße und trockene Wetter vom Juni her erstmals fort. Der Boden der Wiesen wies da schon breite und tiefe Trockenrisse aus. Zeit auch mal wieder einen Blick auf die Tiefenthermometer zu werfen, welcher bestätigte, dass die Wärme auch in tiefere Erdschichte vorgedrungen war. Übers Jahr hinweg zeigen diese um die 10 Grad Celsius an – jetzt nach einem viel zu warmen Juni und zu Beginn des Juli zeigte das Thermometer in 50 cm Tiefe plus 22 Grad, das in 1 Meter Tiefe noch 19 Grad an. Bei dem Thermometer, das die Bodentemperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden misst, da wurden mehrmals über 40 und in der Spitze 45,5 Grad angezeigt. Bis zur Monatsmitte hatte es so gut wie nicht geregnet – um die Monatsmitte rund 14 Liter - aber nicht genug. Danach setzte sich die Trockenheit fort. Für kurze Zeit, um den 20. Juli, wurde es auch etwas kühler und angenehmer. Doch zum Monatsende hin kletterte die Temperatur wieder steil nach oben – die „Hundstage“ hatten begonnen. Die Hundstage gehören zu den Singularitäten, also den Witterungsregelfällen in der Meteorologie. Andere bekannte Beispiele für solche Singularitäten sind die Eisheiligen, die Schafskälte, der Siebenschläfertag, der Altweibersommer oder das Weihnachtstauwetter. Die Hundstage erstrecken sich dabei vom 23. Juli bis zum 23. August – der Zeitraum mit den durchschnittlich heißesten Tagen im Jahr. Namensgebend ist das Sternbild "Großer Hund“. Am 30. Juli dann der wärmste Tag im Monat mit 37,5 Grad Celsius – und nach dem 27. Juni 2026 mit 37,6 Grad Celsius der zweitwärmste wohl vom ganzen Jahr 2026 als auch seit Bestehen der Station. Wetterdaten von der Station Hechingen – 517,5 m ü. NN Juli 2026 Monatsmitteltemperatur: +20,8 Grad Maximumtemperatur: +37,7 Grad am 30.07.2026 Minimumtemperatur: +7,2 Grad am 21.07.2026 Monatsniederschlagsumme: 74,4 mm Höchster Tagesniederschlag:24,4 mm am 15.07.2026 Sommertage: 27 Tage Hitzetage: 11 Tage Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 21,2 Grad war der diesjährige Juli um 2,8 Grad wärmer gegenüber dem Durchschnittswert (1991 – 2020) mit 18,4 Grad. Im vorausgegangenen Jahr war der Juli 17,9 Grad warm. „Sommertage“ (25 und mehr Grad) wurden heuer 27 gezählt, „Heiße Tage“ oder „Hitzetage“ mit 30 und mehr Grad gab es zehn. Durchschnittlich gibt es im Juli 14,3 „Sommertage“, einschließlich 3,6 „Heißer Tage“ mit 30 und mehr Grad. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden im Juli dieses Jahres nur 6 gezählt und in der Summe kamen 21,1 Liter zusammen. Im Jahr 2025 waren es im Juli 93,3 Liter - und im Durchschnitt des Vergleichszeitraumes sind es 99,4 Liter/Quadratmeter. Nebel gab es auf Stationshöhe keinen, und nennenswert gewittert hat es an der Beobachtungstation an 4 Tagen. Der Wind frischte an 6 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 352 Stunden. Im Juli 2025 schien die Sonne 217,1 Stunden – und im Vergleichszeitraum 1991 - 2020 sind es bei uns im Juli durchschnittlich 245,8 Stunden. Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert. Karl-Heinz Jetter |