Witterungsverlauf Juni 2026

Witterungsverlauf Juni 2026



Der Juni 2026 war deutschlandweit außergewöhnlich warm, viel zu trocken und überaus sonnig. Diese Beurteilung des Juniwetters durch den Deutschen Wetterdienst wurde auch an der Station in Balingen-Heselwangen mit Rekordwerten bestätigt.

Den Beleg dafür liefern die Messwerte. Im Mittel der gültigen Vergleichsperiode von 30 Jahren (1991 – 2020) war der Juni an der Station 16,7 Grad warm, es regnete durchschnittlich 91,8 Liter/Quadratmeter, und die Sonne schien durchschnittlich 229,3 Stunden.

Der diesjährige Juni brachte es dagegen auf eine Durchschnittstemperatur von 20,6 Grad – also um 3,9 Grad zu warm - 289,4 Stunden Sonnenschein (126 %) und nur 26,9 Liter Niederschlag (29 %) auf jeden Quadratmeter an der Messstelle.

Mit diesen Werten wurde der Juni 2026 zum zweitwärmsten nach dem im Jahr 2003 mit damals 21,2 Grad Monatsmitteltemperatur. Der von diesem Jahr brachte aber mit 17 „Sommertagen“ (25,0 Grad Celsius und mehr) und 12 „Hitzetagen“ (30 und mehr Grad) die meisten „Hitzetage“ in einem Juni und mit 37,6 Grad Celsius die seit Messbeginn je an der Station gemessene Tageshöchsttemperatur hervor.

Durchschnittlich gibt es im Juni 10 „Sommertage“ und „nur“ 2 „Hitzetage“. Ebenso wurde der diesjährige zum zweit- trockensten Juni seit Bestehen der Station.

Dies sind aber Rekorde, sowohl was die anhaltende Hitze als auch die Trockenheit anbelangt, welche einen nachdenklich stimmen müssen.


Neben der Vielzahl an medizinischen Notfällen und Todesopfern hatte und hat die Extremhitze und Trockenheit aber auch weitreichende Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Zur Monatsmitte im Juni 2026 war man an der Station von diesen Rekordwerten jedoch noch weit entfernt. Nach einem warmen Start zum Junianfang folgte vorübergehend ein verhältnismäßig kühler Witterungsabschnitt mit dem deutschlandweiten Minimum von 1,0 °C am 15. an der Station in Meßstetten-Appental (900 m ü. NN). An der Station in Balingen-Heselwangen ging die Temperatur am 15. auf „nur“ 7,0 Grad zurück und der Juni war bis zur Monatsmitte um 0,8 Grad zu kalt und sommerliche Werte wurden herbei gesehnt.

Die folgten aber kurz danach. Hoch „GORGIAS“ hatte nunmehr das Wetterkommando übernommen und sorgte für viel Sonnenschein. Gleichzeitig strömte auf der Rückseite des Hochs sehr heiße und feuchte Luft nach Deutschland. Damit stiegen die Temperaturen von Südwesten her deutlich an. Am 17. Juni gab es an der Station dann mit 30,1 Grad den ersten „Hitzetag“, 11 weitere sollten bis zum Monatsende folgen.

Am 21. Juni war in diesem Jahr der astronomische und kalendarische Sommeranfang. Gäbe es an der Messstation keinen Schatten der Berge, so bliebe zum Sommeranfang die Sonne 16 Stunden und 5 Minuten über dem Horizont.

Die Sonne erreicht an diesem Tag auch ihren Höchststand von rund 65 Grad über dem Horizont. Nach der Sommersonnwende wird der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen wieder flacher und die Nächte werden wieder länger. Auch wenn man es nicht glauben will, mit der Sommersonnwende geht es schon wieder dem Winter zu. Heuer war der 21. Juni ein passabler Sommertag. Die Temperatur kletterte auf 34,4 Grad, und die Sonne schien 10,8 Stunden.

Danach hieß es: Heiß, heißer, HARTMUT!
Hoch HARTMUT grillte Deutschland förmlich. Der DWD schreibt dazu: „Die in einigen Regionen nun schon seit dem 18.06.2026 anhaltende Hitzewelle kann ohne Umschweife als historisch eingestuft werden.

Noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat es in Deutschland, aber auch in vielen Teilen von Europa, eine solch lange und intensive Hitzewelle so früh im Sommer gegeben.“

Bei uns wurde der Höhepunkt am Samstag, 27. Juni, erreicht. An diesem Tag wurde um 17.30 Uhr der seit 1983 bestehende Hitzerekord an der Wetterstation in Balingen-Heselwangen (573 Meter über dem Meer) eingestellt und übertroffen.

Bislang hielt der der 27. Juli 1983 den Rekord mit 37,0 Grad Celsius. Nunmehr ist es, und dies 43 Jahre später, der 27. Juni 2026 – der „Siebenschläfertag“ mit 37,6 Grad in der Spitze und 37,4 Grad über 10 Minuten hinweg gehalten.

Auch die weiteren Wetterstationen im Kreisgebiet meldeten Rekordwerte. Die DWD-Stationen Hechingen (517 m ü. NN) meldete 38,1 Grad, Balingen-Bronnhaupten, (619 m ü.NN) 37,5 Grad und Meßstetten-Appental (900 m ü. NN) 34,9 Grad Celsius. Landesweit wurde in Waghäusel-Kirrlach ( nördlich von Karlsruhe) mit 41,4 Grad ein neuer Baden-Württemberg-Rekordwert gemessen, und deutschlandweit wurde an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt. Der Monatshöchstwert und vorläufig gleichzeitig der deutschlandweite Allzeitrekord wurde einen Tag später am 28. Juni in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) mit 41,7 °C registriert.

Sommerlich warm blieb es bis zum Monatsende. Am Monatsletzten streiften mehre Gewitter den Beobachtungsort und ließen aus ihren Wolken 8,2 Liter Niederschlag fallen. Der war mehr als willkommen auf einem ausgetrockneten und rissigen Boden. Mit diesen 8,2 Litern und insgesamt 26,9 Litern/Quadratmeter wurde nun der Juni 2026 zum zweittrockensten seit 1980 – noch einen Tag zuvor wäre er zum trockensten gewesen – mit dem Regen am Monatsletzten hat der Juni 2026 mit dem aus dem Jahr 2000 mit 20,2 l/qm diesen Platz getauscht.

In der Zusammenschau ist bis jetzt das Jahr 2026 viel zu trocken. Zum Durchschnittswert (1991 – 2010) von 382,9 Litern in den Monaten Januar bis einschließlich Juni fehlen in der Summe 151,5 Liter pro Quadratmeter.

Wie unterschiedlich die Regemengen auf kürzestem Raum aber sein können, wenn der Regen vorwiegend aus Gewitterwolken fällt, zeigt die Abfrage der Regenmengen im Juni 2026 von den DWD-Niederschlags- stationen im Zollernalbkreis: Hechingen meldete 44,2 l/qm – Haigerloch-Weildorf 62,4 l/qm – Burladingen-Hausen 70,6 l/qm – Rosenfeld-Bickelsberg (noch keine Daten abrufbar) – Balingen-Bronnhaupten 24,2 l/qm – Balingen-Heselwangen 26,9 l/qm und Meßstetten-Appental 77,6 l/qm, wobei davon und dort alleine 42,1 Liter am Monatsletzten fielen.

Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Juni 2026 betrug plus 20,6 Grad. Vergangenes Jahr waren es 19,9 Grad, und im Durchschnitt seit 1991 bis 2020 ist es bei uns im Juni plus 16,7 Grad warm. In der Summe kann der diesjährige Juni 17 „Sommertage“ (25 und mehr Grad) – (10 sind es durchschnittlich) vorweisen. „Hitzetage“ mit 30 und mehr Grad gab es 12 in diesem Jahr – 2 sind es durchschnittlich. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden 6 gezählt und in der Summe kamen 26,9 mm (Liter pro Quadratmeter) Niederschlag zusammen. Im Jahr 2025 regnete es im Juni 73,1 Liter, und im Durchschnitt seit 1991 - 2020 fielen an der Station 91,8 Liter auf den Quadratmeter

Nebel wurde an der Station keiner, an 3 Tagen aber Gewitter registriert. Der Wind frischte heuer an 4 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 289,4 Stunden im vorausgegangenen Juni 2025 waren es 322,8 Stunden, und seit 1991 bis einschließlich 2020 gab es durchschnittlich im Juni 229,3 Sonnenscheinstunden.
Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter