Witterungsverlauf Mai 2026Der diesjährige Mai war im Witterungsverlauf über zwei Drittel des Monats hinweg recht kühl und mit teils garstigem Wetter, um dann im letzten Monatsdrittel in den Hochsommer zu starten. In der Gesamtbilanz fiel der Monat zu warm, sonnenscheinreich aber gleich den Vormonaten auch viel zu trocken aus. Zur Einordnung: Im Mittel der Vergleichsperiode (1991 – 2020) war es bei uns im Mai durchschnittlich plus 13,0 Grad warm, an Niederschlag fielen durchschnittlich 96,9 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien im Zeitraum 1991 - 2020 durchschnittlich 207,5 Stunden. Der diesjährige Mai brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 14,4 Grad Celsius (plus 1,4 Grad) – 44,8 Liter (nur 46%) Niederschlag pro Quadratmeter und 282,8 (136%) Sonnenscheinstunden. In diesem Jahr konnte der Mai 11 „Sommertage“ mit 25 und mehr Grad und 2 „Heiße Tage“ mit 30 und mehr Grad vorweisen – in der Vergleichsperiode gab es im Mai durchschnittlich 3,7 „Sommertage“ und 0,3 „Heiße Tage“. Damit kann der Mai 2026 die meisten Sommertage seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 1980 ausweisen. Und zur Erinnerung: Im Mai 2023 und auch 2024 gab es nicht einen einzigen „Sommertag“. Der diesjährige Mai begann warm und sonnig und das Thermometer zeigte schon am 2. Mai den ersten Sommertag im Jahr mit 25,8 Grad Celsius an und dies bei 13,4 Sonnenscheinstunden. Doch schon einen Tag später stürzte die Temperatur ab und es wurde unangenehm kühler. Zusätzlich kam Regen auf. Der war bei der Natur zwar sehr willkommen aber in der Menge zu wenig. Die „Eisheiligen“ beginnen in Süddeutschland am 12. Mai. Der Volksmund reimte aus wiederkehrender Erfahrung: „Vor Bonifaz kein Sommer – nach der Sophie kein Frost.“ Die „Eisheiligen“ Pankratius, Servatius und Bonifatius sowie die „Kalte Sophie“ stehen für einen Kälteeinbruch zwischen dem 12. und 16. Mai. Und in diesem Jahr gab es mal wieder einen Kälteeinbruch an diesen Tagen, obwohl sich diese Wettersingularität durch die Kalenderreform um 10 Tage nach hinten verschob und erst am 22. Mai beginnen dürfte. Doch heuer waren die Tage der Eisheiligen recht frisch, doch ohne pflanzenschädigenden Frost. Und Frost gab es an der Station im ganzen Mai auch keinen mehr. Die tiefste Temperatur im Mai wurde während der Eisheiligen am 13. Mai – an „Servatius“ mit nur noch 1,2 Grad Lufttemperatur und 0,5 Grad Bodentemperatur gemessen. Am Kältepol im Zollernalbkreis, an der DTN-Meteogroup - Station „Albstadt-Doline“ auf dem Degerfeld wurden am selben Tag als Lufttemperatur (2 m über bewachsenem Boden) minus 3,2 Grad registriert. An der Station in Balingen-Heselwangen war der Mai bis zur Monatsmitte um 1,3 Grad zu kalt, beim Niederschlag waren erst 38% des Niederschlagsoll erreicht und beim Sonnenschein bis auf die Stunde genau 50 Prozent des Üblichen. Nach der Monatsmitte kletterten die Temperaturen, erst verhaltend dann aber steil nach oben. Der Grund für die nunmehr zunehmend sommerlichen Temperaturen mit reichlich Sonnenschein begründet sich in einem stabilen Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa. In einem Fachbeitrag des Deutschen Wetterdienstes (hier gekürzt) ist da nachzulesen: „Dass Ende Mai bei uns über 30 °C gemessen werden, kommt häufiger vor. Ungewöhnlich ist allerdings die Dauer dieser sehr frühen Hitzewelle. Verantwortlich dafür ist eine sogenannte „Omegawetterlage“. Dabei liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mittel- und Westeuropa. Es blockiert die normalerweise vorherrschende West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, wodurch die Höhenströmung (der Jetstream) die Form des griechischen Buchstabens Omega annimmt. In diesem Hochdruckgebiet sinkt die Luft ab und erwärmt sich dabei stärker. Dadurch lassen sich die derzeit für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen über West- und Mitteleuropa erklären.“ Soweit die Erklärung der Meteorologen des DWD. Dieses stabile Hochdruckgebiet bestimmte auch das Wetter bei uns. Die Temperaturen blieben bis zum Monatsende sommerlich. Und am 26. Mai wurde die Monatshöchst- temperatur von 31,1 erreicht – eine weiteres Mal wurde am 30. der Wert eines „Heißen Tages“ mit 30,4 Grad erreicht. Dazu schien reichlich die Sonne – allein 146,6 Stunden von insgesamt 282,8 Sonnenstunden im letzten Monatsdrittel. Zum Ende des Monats hatte sich das Hoch „Boris“ abgeschwächt und verzogen und machte gewittrigen Tiefdruckgebieten Platz. Die bundesweit nun auftretenden Gewitter streiften aber nur unseren Raum und ließen auch nur 3,3 Liter pro Quadratmeter Regen am Monatsletzten an der Station fallen. Davor hatte es letztmalig am 19. Mai etwas geregnet. Mit dem Mai endet für die Meteorologen auch das Frühjahr. Bei der Temperatur sieht es so aus, dass es bei uns im Durchschnitt im Vergleichszeitraum 1991 – 2020 in den drei Frühlingsmonaten März bis Mai 8,9 Grad warm war. Heuer - im Jahr 2026 – errechnet sich eine Durchschnittstemperatur von 9,9 Grad – also ein um 1,0 Grad zu warmes Frühjahr. Auch beim Sonnenschein kann das diesjährige Frühjahr ein Plus an Sonnenscheinstunden ausweisen. Hier steht der Durchschnittswert aus den Jahren 1991 – 2020 mit 538,9 Sonnenscheinstunden der Durchschnittswert aus den drei Frühlingsmonaten im Jahr 2026 von 753,4 Stunden – ein sattes Plus von 214,5 Sonnenscheinstunden - gegenüber. Dazu trug maßgeblich der mit 282,8 Stunden sehr sonnige Mai bei. Doch das Frühjahr 2026 bestätigte auch den zunehmend Sorgen bereitenden Niederschlagstrend. Durchschnittlich fallen im Frühjahr 204,4 Liter Regen auf den Quadratmeter an der Station – in 2026 waren es in der Summe nur 119,6 l/qm – ein Fehl also von 84,8 Litern. Nachdem es im Jahr 2025 noch weniger, nämlich nur 87,1 l/qm im Frühjahr regnete bereitet dieses Fehl nicht nur den Bauern Sorge. Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Mai 2026 betrug plus 14,4 Grad Celsius. Vergangenes Jahr lag die Monatsdurchschnittstemperatur bei 12,9 Grad und im Durchschnitt seit 1991 bis 2020 war es bei uns im Mai plus 13,0 Grad warm. Es gab im diesjährigen Mai an der Station keinen Frost mehr aber 11 „Sommertage“ und zwei „Heiße Tage“ mit 30 und mehr Grad. Geschneit hat es im diesjährigen Mai auch nicht mehr. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter, wurden 7 gezählt und in der Summe kamen auch „nur“ 44,8 Liter/Quadratmeter zusammen. Im Jahr 2025 waren es im Mai auch nur 39,6 Liter, und im Durchschnitt seit 1991 – 2020 sind es 96,9 Liter pro Quadratmeter. Nebel wurde nur an einem Tag registriert und schwach gewittert hat es auch nur an 2 Tagen. Der Wind frischte an 3 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien 282,8 Stunden - letztes Jahr waren es 254,7 Stunden. Und seit 1991 bis einschließlich 2020 schien im Mai die Sonne durch- schnittlich 207,5 Stunden. Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert. Karl-Heinz Jetter |