Witterungsverlauf April 2026

Witterungsverlauf April 2026


Gleich dem Vorjahr fiel der diesjährige April im Witterungsverlauf zu warm, überaus sonnig aber auch viel zu trocken aus. Der April hatte aber auch zeitweilig ein launisches Gesicht mit einem Auf und Ab bei der Temperatur, und es gab auch Schnee und Frost.

Zur Einordnung: Im Durchschnitt der zur Zeit gültigen Vergleichsperiode (1991 – 2020) war es bei uns im April durchschnittlich plus 8,8 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 58,0 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien im Mittel 182,5 Stunden.

Der diesjährige April brachte es dagegen bei uns auf eine Mitteltemperatur von plus 9,8 Grad Celsius, also ein um gerade 1,0 Grad zu warmer April, nur 21,6 Liter Niederschlag (37%) und 270,9 Sonnenscheinstunden (148% des durchschnittlichen Sonnenscheins). In der Statistik haben aber weiterhin die Nase vorn: Als wärmster April der aus dem Jahr 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 13,1 Grad – der trockenste April war im Jahr 2020 mit nur 5,3 Liter pro Quadratmeter, und der sonnigste ist bislang der aus dem Jahr 2007 mit 324,1 Sonnenscheinstunden.

Der diesjährige April begann mit einem Kaltstart. In der Nacht zum Monatsersten schneite es und zum Messtermin lagen an der Station 3 cm Neuschnee – an der Station Meßstetten-Appental (900 m ü.NN) 13 cm. Der Wintereinbruch endete aber damit auch schon wieder. Zwar waren die ersten 3 Tage im Monat alle Frosttage, und am 2. April wurde die tiefste Temperatur des Aprils mit minus 3,3 Grad registriert. Danach schnellte die Temperatur aber förmlich nach oben.

Am 5. April war Ostern in diesem Jahr – recht früh, denn Ostern richtet sich nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Vollmond war aber bereits am 2. April.

Als Grundlage gilt der 21. März als festgelegter Frühlingsanfang. Ostern findet somit immer zwischen dem 22. März und dem 25. April statt.
Trotz dem frühen Ostertermin gab es auch in diesem Jahr kein „Weihnachten im Klee – Ostern im Schnee“. Ganz im Gegenteil: Der Ostersonntag war ein warmer, sonniger Tag, an dem zum ersten Mal in diesem Jahr über 20 Grad Celsius – heuer 21,6 Grad – registriert wurden. Allerdings wehte am Ostersonntag auch ein recht unangenehmer böiger Wind.

Übrigens die letzten weißen Ostern gab es bei uns im Jahr 2013 als eine geschlossene Schneedecke mit 3 cm am 31. März (Ostersonntag) die Flur bedeckte.

Hoch QUIRIN mit seinem Schwerpunkt über Nordfrankreich bestimmte um das diesjährige Ostern herum auch das Wetter bei uns und brachte verbreitet überwiegend freundliches und sonniges Wetter.

Die Tiefs "Saskia" und "Tamina" leiteten dann zu Beginn der zweiten Dekade einen merklich spürbaren Wetterumschwung ein. Abgesehen vom Monatsersten mit 0,3 Liter Niederschlag hatte es in den ersten 10 Apriltagen keinen Tropfen geregnet. Jetzt kam Regen auf und mit der Temperatur ging es erstmals deutlich zurück. Am 11. April wurde die Monatshöchsttemperatur von 22,7 Grad Celsius registriert – einen Tag später zeigte das Thermometer nur noch 12,1 Grad sein und noch einen Tag später gar nur noch 8,5 Grad. Jetzt zeigte der April sein launisches Gesicht mit typischem Aprilwetter – Graupel und Regenschauer wechselten sich mit Aufhellungen ab.

Nach der Monatsmitte ging es mit der Temperatur wieder nach oben. Die Hochs „Tillmann“ und „Uli“ hatten nunmehr das Wetterkommando übernommen und hielten regenbringende Tiefdruckgebiete fern. Hochdruckeinfluss bestimmte auch bis zum Monatsende hin das Wettergeschehen. Kein Tropfen Regen fiel mehr. Tagsüber war es sonnig und frühlingshaft warm – in den Nächten kühlte es aber bis in den Frostbereich ab. Die Differenz zwischen Tageshöchsttemperatur und Tagestiefsttemperatur war mehrmals um die 20 Grad Celsius.

Ganz am Monatsende bestimmte Hoch „Winfried“ auch das Wetter in Baden-Württemberg und brachte zum Abschied des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann weiter sonniges, trockenes und tagsüber mildes Frühlingswetter und führte auch mit einem böigen Nordostwind Wolken von Blütenpollen ins Land, welche alles gelblich überzog und einfärbte.

Abschließend betrachtet war der April mehr ein lieblicher als ein durch Aprilwetter geprägter Frühlingsmonat, in dem es allenthalben grünte und blühte. Der Frühling setzte in diesem Jahr rund eine Woche früher als üblich ein. Diese Beurteilung fußt auf der Beobachtung des Blütenbeginns eines Kirschbaumes in unmittelbarer Nähe der Wetterstation. Im Mittel seit mehr als 40 Jahren (seit 1982) öffneten sich die ersten Blüten am 10. April – in diesem Jahr an Karfreitag, 3. April.


Wetterdaten von der Station Hechingen – 517,5 m ü. NN (April 2026)

Monatsmitteltemperatur: + 9,5 ° C
Maximumtemperatur: + 22,1° C (am 18.04.2026)
Minimumtemperatur: - 4,2° C (am 02.04.2026)
Monatsniederschlagsumme: 23,1 l/qm (mm)
Höchster Tagesniederschlag: 8,1 l/qm (mm) (am 13.04.2026)
7 Frosttage
Größte Schneebedeckung: 3 cm am 01.04.2026
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des April 2026 betrug plus 9,8 Grad Celsius. Vergangenes Jahr lag sie bei plus 10,0 Grad und im Durchschnitt der 30-jährigen Vergleichsperiode (1991 bis 2020) war es bei uns im April plus 8,8 Grad warm/kalt. Es wurden noch 6 Frosttage registriert – im Durchschnitt sind es 5,5 Frosttage. Sommertage mit 25 und mehr Grad gab es heuer noch keine. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter, wurden nur 4 gezählt und in der Summe kamen auch nur 21,6 Liter zusammen. Im Jahr 2025 regnete es im April nur geringfügig mehr – auch nur 24,5 Liter, und im Durchschnitt seit 1991 - 2020 fielen 58,0 Liter pro Quadratmeter an der Messstelle. Geschneit hat es auf Stationshöhe im diesjährigen April nur am Monatsersten. Nebel wurde an einem Tag registriert, und der Wind frischte an 2 von 30 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 270,9 Stunden. Vergangenes Jahr waren es 260,3 Stunden, und seit 1991 bis einschließlich 2020 schien die Sonne im April durchschnittlich 182,5 Stunden.
Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter