Witterungsverlauf März 2026Der diesjährige März zeigte im Witterungsverlauf ein frühlingshaftes und ein winterliches Gesicht. In der Gesamtbilanz fiel der Monat etwas zu warm und geringfügig zu feucht aus. Beim Sonnenschein kann aber der März ein dickes Plus vorweisen. Schnee fiel im ersten Frühlingsmonat des Jahres noch an 5 Tagen und es gab noch 15 Tage mit Frost.Zur Einordnung: Im Durchschnitt der aktuellen Vergleichsperiode (1991 – 2020) war es bei uns im März plus 4,8 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 49,4 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien durchschnittlich 148,9 Stunden. Der März 2026 brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 5,5 Grad Celsius (+ 0,7 Grad zu warm). An Niederschlag fielen in diesem Jahr 53,2 l/qm (108 %), und die Sonne schien 199,7 (134%) Stunden. Zu Beginn des Monats, und somit auch zu Beginn des „Meteorologischen Frühlings“, bescherte Hoch "Iackl" auch unserem Raum tagsüber sonniges und trockenes Vorfrühlingswetter. Dabei wurden im Durchschnitt in der ersten Dekade des Monats rund plus 15 Grad als Tageshöchsttemperatur erreicht. Nachts dagegen wurde es noch empfindlich frisch. Es gab noch 4 Frosttage und der Boden war häufig von Raureif überzogen. Abgesehen von 0,4 l/m², welche dem Monatsersten zuzurechnen sind, fiel kein Tropfen Regen in den ersten 10 Tagen des Monats. Zudem schien die Sonne überaus reichlich – an 5 von den 10 Tagen jeweils 10 Stunden und mehr. Doch an einigen Tagen war das Sonnenlicht durch Saharastaub etwas eingetrübt, und statt blauem Himmel wurde dieser dadurch mehr gelblich scheinend. Übrigens man nimmt nach Hochrechnungen an, dass am 5. März diesen Jahres über Baden-Württemberg 40 bis 50 000 Tonnen Saharastaub in der Luft schwebten. Am 10. März wurde dann die Tageshöchsttemperatur des Monats gemessen – 17,7 Grad zeigte das Thermometer an. In der zweiten Dekade kam Wind auf, es gab den ersten Regen und auch die Temperatur ging vorübergehend zurück. Die Wetterlage war dabei, sich grundlegend umzustellen und mehr von Tiefdruckeinfluss geprägt zu sein. Doch nach „Aprilwetter“ dehnte sich Hoch „LUKAS“ von Russland und Nordosteuropa weiter zu uns nach Mitteleuropa aus. Es wurde wieder trockener und sonniger. Am 20. März war in diesem Jahr astronomischer oder kalendarischer Frühlingsbeginn. Das Datum richtet sich nach der Lage der Sonne von der Erde aus betrachtet. Nur zweimal im Jahr steht die Sonne senkrecht zur Mittagszeit über dem Äquator - in diesen Momenten werden beide Erdhälften gleichmäßig beschienen, und Tag und Nacht sind genau 12 Stunden lang. Dann beginnt der kalendarische oder astronomische Frühling bzw. Herbst. Der 20. März war in diesem Jahr ein angenehmer Frühlingstag. Die Temperatur kletterte bis auf 13,3 Grad, und die Sonne schien an der Station 11,3 Stunden. In der Nacht zum Frühlingsbeginn ging die Temperatur aber auch bis auf minus 2,8 Grad zurück – am Erdboden (5 cm darüber) bis gar auf minus 4,6 Grad Celsius – und das Gras war dick mit Reif überzogen. Sonne, sehr milde Luft und zum Leidwesen der Allergiker eine aufblühende Natur. So präsentierte sich der Frühling bis ins letzte Monatsdrittel hinein. Am Mittwoch, 25. März, machte dann ein teils stürmischer West-Südwest-Wind dem Frühling den Garaus. Mit einer markant ausgeprägten Kaltfront verlagerte sich ein Regengebiet samt einzelner eingelagerten Gewittern südostwärts. Der Wind schwoll dabei in Böen an der Station bis auf 67,3 km/h an – das entspricht Windstärke 8 – auf Bronnhaupten wurden zeitgleich durch einen Ultraschall-Windmesser 78 km/h registriert. Der Wind hatte auch Regen und auch Schnee im Gepäck. Zum Messtermin am anderen Tag, um 06.50 Uhr, zeigte der Regenmesser 12,8 mm oder Liter pro Quadratmeter an, und auf dem Schneebrett lagen 6 cm pappiger Schnee – Meßstetten meldete 13 cm. Die Schneehöhe von 6 cm ist bis jetzt die höchste in diesem Jahr – geteilt mit dem 8. Januar an welchem Tag ebenfalls 6 cm gemessen wurden. Der Winter war mit Macht zurückgekehrt – doch zeitverkehrt. Normalerweise wird es zum Märzenende hin wärmer und somit auch frühlingshafter, weil die Sonne von Tag zu Tag steiler steht und somit mehr Energie und daraus resultierende Wärme bringt. Doch in diesem Jahr sollte es anders sein. Von Nordwesten her zogen Tiefausläufer mit neuen Niederschlägen auf. Sie brachten zum Monatsende hin wieder „Aprilwetter“ mit teils kräftigen Regen- Graupel- und Schneeschauern. Am Monatsletzten schneite es nochmals kräftig und zum Messtermin bedeckten 4 cm Neuschnee die Flur. Der März endete mehr winterlich als frühlingshaft. Und so wurde von „viel zu trocken“ bis in die letzte Märzenwoche hinein ein „geringfügig zu feuchter März“ und von „viel zu warm“, ebenfalls bis weit über die Monatsmitte hinaus, wurde in der Gesamtbilanz ein „ nur etwas zu warm“. Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des März 2026 betrug plus 5,5 Grad - vergangenes Jahr waren es plus 5,7 Grad, und im Durchschnitt seit 1991 bis 2020 war es bei uns im März plus 4,8 Grad warm/kalt. Im März 2026 wurden noch 15 Frosttage registriert, im Jahr 2025 gab es 14 Frosttage. Regentage mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden in diesem Jahr 8 gezählt - in 2025 waren es nur sechs, und in der Summe kamen heuer 53,2 Liter zusammen. Im Jahr 2025 regnete es im März nur 23 Liter, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1991 – 2020) sind es 49,4 Liter. Schnee fiel in diesem März an 5 Tagen. Zur Bildung einer geschlossenen Schneedecke zum Messtermin reichte dieser Schneefall aber nur an 3 Tagen aus. Nebel wurde im diesjährigen März keiner registriert, doch der Wind frischte an 4 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 199,7 Stunden - im Jahr 2025 waren es 172,6 Stunden und im Schnitt seit 1991 - 2020 sind es bzw. waren es 148,9 Sonnenscheinstunden. Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert. Karl-Heinz Jetter |