Witterungsverlauf Januar 2026

Witterungsverlauf Januar 2026

Das Wetter im Januar 2026 war dreigeteilt. Auf eine winterliche Phase mit strengem Frost, folgte mehr frühlingshaftes Wetter, um dann wieder mehr winterlich im letzten Monatsdrittel zu enden. In der Gesamtbilanz fiel der diesjährige Januar auch etwas zu kalt, sehr trocken und außergewöhnlich sonnig aus.

Blickt man zurück, so zeigt sich, dass es im Durchschnitt in der zur Zeit gültigen Vergleichsperiode (1991 – 2020) bei uns im Januar durchschnittlich plus 0,9 Grad warm/kalt war, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee im Mittel 44,7 Liter pro Quadratmeter fielen, und die Sonne in diesem Zeitraum durchschnittlich 78,5 Stunden schien.

Der diesjährige Januar brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 0,5 Grad Celsius (um 0,4 Grad zu kalt), auf nur 24,6 Liter Niederschlag (55 Prozent des Durchschnittswertes) und auf 117,5 Sonnenscheinstunden (150 Prozent).

Das Jahr 2026 begann sonnig aber auch stramm winterlich mit minus 9,0 Grad am 1. Januar und mit einer Schneedecke von 2 cm noch vom Dezember her. In den Folgetagen schüttelte Frau Holle verhalten ihre Betten, und so wuchs die Schneedecke bis zum 8 Januar auf 6 cm an. Parallel dazu sanken die Temperaturen an der Station bis auf minus 13,2 Grad am 7. Januar – dem Tiefstwert im Monat. Die DTN-Station Albstadt-Doline meldete am selben Tag minus 24,1 Grad Celsius als Tiefstwert.
Um den 13. Januar herum waren dann über dem Nordatlantik mehrere Tiefdruckgebiete aktiv, die nunmehr für wechselhaftes Wetter in Deutschland sorgten und mit einer west- bis südwestlichen Strömung milde Meeresluft auch in unseren Raum führten. Die Tag- und Nachttemperaturen blieben nunmehr im Plusbereich. Kein Tropfen Regen fiel in den folgenden 12 Tagen. Dafür schien die Sonne reichlich – 42,9 Stunden alleine im zweiten Monatsdrittel. Am 16. Januar wurde die höchste Monatstemperatur mit plus 13.5 Grad gemessen, und so reichte die Temperaturspanne von -13,2 Grad bis plus 13,5 Grad – also über 26,7 Grad hinweg.

Fast pünktlich, zum Beginn des letzten Monatsdrittel, kehrte der Winter zurück. Die Nachttemperaturen lagen nun durchweg wieder im Frostbereich. Es schneite auch wieder – doch die gefallenen Mengen waren landesweit sehr unterschiedlich. Während in Stuttgart am 26. Januar 10 cm lagen und den Verkehr zum Erliegen brachten – Merklingen auf der Ostalb gar 19 cm meldete, lag in Balingen nur eine hauchdünne Schneedecke an diesem Tag und am 29. Januar auch nur 4 cm. Doch mit einer Neuschneesumme von 15 cm im ganzen Januar und 12 Tagen mit einer geschlossenen Schneedecke darf man dem Januar 2026 durchaus das Prädikat „Wintermonat“ verleihen.

Übrigens: Der diesjährige Winter war bisher etwas kälter als die der vorhergehenden Jahre. Wem dies schon kalt vorkam, wird staunen, was sich vor 70 Jahren ereignete. Im Februar 1956 suchte eine extreme Kältewelle Deutschland und weite Teile Europas heim. Ältere Bürger werden sich sicher noch an diese Kältewelle aus Kindheitstagen oder ihrer Jugend erinnern. Im Erzgebirge sank damals in Marienberg die Temperatur auf -35,5°C. Die verheerende Kälteperiode ließ auch die meisten großen Flüsse Deutschlands zufrieren. Selbst der Rhein erstarrte an vielen Stellen zu Eis. In Balingen gab es damals noch keine Wetterstation des DWD – doch eine solche in Hechingen. Der Betreuer der Hechinger DWD-Station meldete minus 28,1 Grad am 10. Februar, und von den 28 Februartagen waren 27 Tage sogenannte „Eistage“, an denen die Temperatur den ganzen Tag über nicht über 0 (Null) Grad Celsius hinaus kam.


Wetterdaten von der Station Hechingen – 517,5 m ü. NN Januar 2026
Monatsmitteltemperatur: + 0,1° C
Maximumtemperatur: + 13,5° C am 16.01.26
Minimumtemperatur: - 12,1° C am 06.01.26
Monatsniederschlagsumme: 28,1 l/qm (mm)
Höchster Tagesniederschlag: 7,4 l/qm (mm) am 08.01.26
Schneedecke Maximum: 4 cm am 04.01.26
Geschlossene Schneedecke an: 12 Tagen
Eistage (ganztägig 0 Grad oder weniger): 6 Tage

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)
Noch ein paar Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Januars 2026 betrug plus 0,5 Grad Celsius. Vergangenes Jahr waren es 2,4 Grad und im Durchschnitt seit 1991 bis 2020 war es bei uns im Januar plus 0,9 Grad warm/kalt. Zusammengezählt wurden in diesem Januar 26 Frosttage registriert, Eistage, an denen das Thermometer ganztägig unter null Grad anzeigt, gab es in diesem Jahr sieben. Durchschnittlich sind es im Januar 19 Frosttage und 6 Eistage. Regentage mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden heuer 8 gezählt und in der Summe kamen 24,6 Liter/Quadratmeter als Regen oder als geschmolzener Schnee zusammen. Im Jahr 2025 waren es im Januar 68,6 Liter, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1991 – 2020) hat es im Januar 44,7 Liter geregnet/geschneit. Schnee fiel im Januar an 10 Tagen – und eine geschlossene Schneedecke wurde auf Stationshöhe an 12 Tagen (letztes Jahr im Januar an 5 Tagen) registriert. Als Neuschneesumme kamen dabei 15 Zentimeter zusammen – letztes Jahr 8 cm. Nebel wurde an 2 Tagen registriert und der Wind frischte nur an 1 Tag bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 117,5 Stunden, vergangenes Jahr waren es 109,3 Sonnenscheinstunden, und im Schnitt von 1991 – 2020 sind bzw. waren es 78,5 Stunden.

Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter