Witterungsverlauf Dezember 2025
Witterungsverlauf im Dezember 2025

Der Dezember 2025 stand unter Hochdruckdominanz und verlief außergewöhnlich sonnig sowie sehr trocken. Nach milden Phasen mit teils frühlingshaften Temperaturen meldete sich pünktlich zu Weihnachten der Frost und ließ den Monat winterlich ausklingen. Und es gab endlich mal wieder „Weiße Weihnachten“.

Zur Einordnung: Durchschnittlich ist es bei uns im Dezember (Vergleichszeitraum 1991 – 2020) plus 1,8 Grad warm, an Niederschlag fallen im Monat 58,7 Liter auf den Quadratmeter, und die Sonne scheint 67,3 Stunden.
Der Dezember 2025 weist im Vergleich eine Durchschnittstemperatur von plus 2,1 Grad aus (plus 0,3 Grad zu warm), es regnete/schneite nur 8,2 Liter Niederschlag (14%), und die Sonnen schien 105,0 Stunden (156 %).

Mit nur 8,2 Liter pro Quadratmeter Niederschlag im ganzen Monat wurde der Dezember 2025 zum zweittrockensten seit Bestehen der Station (seit 1979). Der trockenste war übrigens der von 2016 mit nur 1,5 l/qm, der nässeste Dezember, der von 1981 mit 117,0 Litern pro Quadratmeter.


Mit dem Dezember beginnt für die Meteorologen der Winter. Doch zum Monatsanfang ging nur die Nachtemperatur in den Minusbereich, tagsüber aber schien reichlich die Sonne und das Thermometer zeigte durchweg Plusgrade an. Somit kein Winter weit und breit, Schnee aber auch Regen blieben weiterhin fern. Erst ab dem Monatsvierten gelang es atlantischen Tiefs mehr oder weniger erfolgreich gegen das Hochdruckbollwerk über dem Kontinent anzulaufen und in einer südwestlichen Strömung neben milden Temperaturen auch etwas Regen zu bringen. Vom 4. bis zum 7. regnete, besser nieselte es jeden Tag etwas – doch in der Summe kamen gerade mal 2,8 mm oder Liter pro Qaudratmeter zusammen. In diesem Zeitraum kletterten auch die Tag- und die Nachttemperaturen in den Plusbereich, und am 9. Dezember wurde der Monatshöchstwert von plus 17,2 Grad Celsius gemessen.

Zwei Wochen vor Weihnachten spekulierten die Meteorologen des DWD zum ersten Mal, ob es „Weiße Weihnachten“ geben könnte. Sie hatten, um eine Langfristprognose erstellen zu können, in die Hochleistungsrechner beim DWD Milliarden von Wetterdaten eingespeist. Doch die Rechenmodelle, welche sie für die Vorhersagen nutzen meldeten unisono: Es sieht gar nicht gut aus für eine „Weiße Weihnacht.“ Und somit gilt weiterhin und insbesonders vielleicht für längerfristige Wetterprognosen: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.“
Zur Monatsmitte war der Dezember noch um 2,6 Grad zu warm. Bis dahin hatte es auch nur 4,1 l/qm geregnet, doch die Sonne hatte mit 58,7 Stunden schon 87% des Sonnensolls vom Monat geschienen.

Erst rund eine Woche vor Weihnachten gaben dann die Rechenmodelle vorsichtige Anzeichen, dass zumindest in den höheren Lagen etwas Schnee fallen könnte. Es hieß also: Gespannt bleiben.

Am 21. Dezember ist/war 2025 der „astronomische Winteranfang“ in diesem Jahr mit dem kürzesten Tag und der längsten Nacht. Zur Mittagszeit steigt die Sonne nur noch auf rund 18 Grad über den Horizont Doch dieser Tag läutete auch in diesem Jahr den Winter noch nicht ein. Der kalendarische oder astronomische Winteranfang kann im Jahr 2025 aber 7,2 Stunden Sonnenschein vorweisen, und die Temperatur kletterte auf plus 7 Grad Celsius.

Dann entdeckten die Meteorolgen, dies aber erst 2 Tage vor Weihnachten, zwei Stellschrauben, durch die es doch ein winterliches Fest gäben könnte. Die erste Stellschraube war dabei die Verlagerung der Hochdruckzone in Richtung Skandinavien. Damit drehte die Strömung auf Ost, womit zuerst bodennah der Weg für Kaltluft zu uns frei wurde. Dann kam als zweite Stellschraube noch ein kleines Höhentief (Kaltlufttropfen) aus Polen heranzogen, das zumindest regional ganz leichte Niederschläge auslösen würde, die dann häufig als Schnee oder Schneegriesel nieder gehen.

Und so war es dann auch. In der Frühe des Heiligabend ging leichter Regen erst in Schneeregen, dann in Schnee und in Schneegriesel über. Zum Messtermin um 06.50 Uhr lag auf dem Schneebrett eine hauchdünne Schneedecke, welche dann tagsüber und in der Nacht zum 1. Weih- nachtsfeiertag auf zwei Zentimeter anstieg. Somit gab es 2025 großzügig gewertet „Weiße Weihnachten“. Großzügig bewertet deshalb, weil der Deutsche Wetterdienst „Eine Weiße Weihnacht“ so definiert, dass zu den Messterminen um 06.50 Uhr an Heiligabend und am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag mindestens eine Schneedecke von 1 cm liegen muss. Nun zum Messtermin an Heiligabend lag zwar Schnee, doch die Schneedecke betrug nicht mal einen Zentimeter.

Doch sind wir großzügig, denn an den letzten, allgemein anerkannten „Weißen Weihnachten“ vor 15 Jahren im Jahr 2010 lag zum Messtermin an Heiligabend ebenfalls noch kein Schnee. Der Schneefall setzte damals erst im Lauf des Heiligabend ein – doch damals heftiger als heuer – am ersten Weihnachtsfeiertag 2010 bedeckten dann 19 cm die Flur. Der 1. Weihnachtsfeiertag selbst war in 2025 trüb und kalt. Die Tageshöchsttemperatur kam nicht über plus 0,5 Grad hinaus.

Die letzte Woche im diesjährigen Dezember wurde dann wieder von Hochdruckwetter bestimmt und einer Inversionswetterlage. Auf den Albhöhen war es wärmer als in den Tälern. Erstere sonnten sich unter wolkenfreiem Himmel, letztere verblieben im Nebelgrau. Die Station in Balingen-Heselwangen auf 573 m über dem Meer war mal über mal unter einer Nebeldecke, und darunter war es auch winterlich kalt mit Nebelfrostablagerungen (Rauhreif) an den Zweigen der Bäume – herrlich anzusehen. Und völlig überraschend und nicht vorhergesagt fiel dann in der Nacht zum 30. Dezember ein halber Zentimeter Schnee. In der Nacht zu Silvester ging die Temperatur auf minus 11,9 Grad zurück, der tiefste Wert im Dezember und auch vom ganzen Jahr 2025.

Das Jahr 2025 endete mit einem sonnigen Tag und nachts mit einem strenklaren Himmel und mit minus 6,9 Grad um Mitternacht.


Wetterdaten von der Station Hechingen – 517,5 m ü. N. / Dezember 2025

Monatsmitteltemperatur: + 2,0 Grad Celsius
Maximumtemperatur: + 17,1 Grad am 09.12.2025
Minimumtemperatur: - 11,0 Grad am 31.12.2025
Monatsniederschlagsumme: 6,2 mm
Höchster Tagesniederschlag: 1,6 mm am 10.12.2025
Maximale Schneedecke: 2 cm am 25.12.2025
Tage mit geschlossener Schneedecke: 7 Tage
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)


Noch ein paar Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Dezembers 2025 betrug plus 2,1 Grad. Im Jahr 2024 Jahr lag sie bei plus 1,8 Grad, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1991 bis 2020) war es bei uns im Dezember ebenfalls plus 1,8 Grad warm/kalt. Neunzehn Frosttage wurden im Dezember registriert. Eistage, an denen es ganztägig unter Null blieb, gab es vier. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter Niederschlag, wurden nur 2 angezeigt, und in der Summe kamen auch nur 8,2 mm (Liter pro Quadratmeter) zusammen. Im Jahr 2024 waren es im Dezember 49,9 Liter, und im Durchschnitt sind es 58,7 Liter pro Quadratmeter. Geschneit hat es im Dezember 2025 an 2 Tagen, und an 7 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke (auch wenn an manchen Stellen durchbrochen) Nebel (Sichtweite unter 1 km) gab es auf Stationshöhe an 5 Tagen. Gewittert hat es nicht im Dezember, und an 2 Tagen frischte der Wind auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 105,0 Stunden lang, im Dezember 2024 waren es 91,2 Stunden und im Schnitt (1991-2020) sind es 67,3 Stunden.


Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter