Witterungsverlauf Oktober 2023

Witterungsverlauf Oktober 2023


Das Wetter im Oktober war zweigeteilt. Nach sommerlichen Temperaturen, fast regenlosem Wetter aber mit eitlem Sonnenschein, folgte zur Monatsmitte ein Temperatursturz mit erstem Frost. Die zweite Monatshälfte war dann nässer und windiger, doch für die Jahreszeit blieb es weiterhin recht mild. Insgesamt fiel der Oktober bei uns viel zu warm, recht sonnig aber auch etwas trockener als üblich aus.

Zur Einordnung: Durchschnittlich (Vergleichsperiode 1991 - 2020) war es bei uns im Oktober 9,5 Grad warm, an Niederschlag fielen im Monat 68,4 mm (Liter auf den Quadratmeter), und die Sonne schien im Vergleichszeitraum 127,9 Stunden. Der diesjährige Oktober weist dagegen eine Durchschnitts- temperatur von plus 12,6 Grad (+ 3,1Grad zu warm) 60,6 Liter Niederschlag (89%) und 161,1 Sonnenscheinstunden (126%) aus. Mit diesen Werten wurde der diesjährige Oktober nach dem wärmsten vom Vorjahr 2022 und dem vom Jahr 2001 zum drittwärmsten seit Bestehen der Station (seit 1979). Zudem kann der Oktober noch 6 Sommertage mit 25 und mehr Grad vorweisen – das hat im Beobachtungszeitraum noch kein anderer Oktober geschafft.

Der Oktober von diesem Jahr begann hochsommerlich. Am Monatszweiten wurde die Monatshöchsttemperatur von 27,9 Grad Celsius registriert. Zu einem „Heißen Tag“ mit 30 und mehr Grad hat es damit nicht gereicht – das blieb Stationen im Oberrheintal vorbehalten. An der Station bleibt der 4. Oktober 1985 mit 29,0 Grad der Spitzenreiter.

Im weiteren Witterungsverlauf knickte die Temperatur kurzfristig ein, um dann bei Hochdruckwetter bis zum 13. weitere 5 Sommertage folgen zu lassen. Bis einschließlich dem 13. regnete es in der Summe gerademal 0,9 Liter pro Quadratmeter, dafür schien die Sonne 106 Stunden. Wegen der anhaltenden Trockenheit zeigten in dieser Zeit die Bäume schon ihr Herbstkleid, und so lud der Sonnenschein mit noch spätsommerlichen Temperaturen zum Spaziergang und zum Bestaunen dieser Farbenpracht ein.

Ab dem 14. gab es dann eine Wetteränderung. Wind und Regen zogen auf, und bis zum Messtermin am Morgen des 15. hatte es 10,3 Liter/Quadratmeter geregnet. Dann der 16. Oktober: Am 13. kletterte das Thermometer noch auf 27,3 Grad – dem wohl letzten Sommertag in diesem Jahr. Am 16. sollten es dann nur noch 12,5 Grad sein - also knapp 15 Grad weniger, und es gab den ersten Frost nach dem Sommer. Auf minus 2,0 Grad fiel die Lufttemperatur (in zwei Metern Höhe gemessen) an diesem Tag (In Meßstetten auf minus 4,3 Grad). Damit endete die frostfreie Zeit in diesem Jahr, welche somit vom 22. April bis zum 15. Oktober also 177 Tage dauerte. Und ebenfalls 177 Tage ist die durchschnittliche frostfreie Zeit. Das halbe Jahr ist bei uns vom Frost bedroht.

Der 16. Oktober ist auch der Gallustag. Eine Wetterregel für diesen Tag lautet: „Gießt es an St. Gallus (16.10.) wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass.“ Geregnet hat es nicht am 16. Oktober, doch das Wetter wurde von nun an bis zum Monatsende durch Tiefausläufer bestimmt. Die führten einerseits noch recht milde Luft zu uns, doch an den Fronten, wo die milde und feuchte Luft auf die kältere Luft aus dem Norden stieß, da traten vermehrt Regenschauer auf. Im ersten Monatsdrittel regnete es in der Summe nur 0,9 l/qm, im zweiten waren es 20,1 l/qm, doch im 3. Monatsdrittel fielen 39,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die Sonne hingegen schien nun weniger und ins besonders in der letzten Oktoberwoche blies zeitweilig ein böiger Wind. Woanders vor allem im Norden von Deutschland fiel mehr Regen, und der Deutsche Wetterdienst vermeldete bundesweit betrachtet den nässesten Oktober seit dem Jahr 2002. Bei uns fehlen dem Monat zum Durchschnitt noch 7,8 Liter und aufs ganze Jahr gesehen gibt es auch ein Fehl. Da stehen sich 692,6 Liter als durchschnittliche Niederschlagssumme und 631 Liter - als bis Oktober niedergegangen - gegenüber. Somit fehlen zur durchschnittlichen Niederschlagsumme von Januar bis Oktober noch 61,5 Liter/Quadratmeter. Wie es weitergeht? Niemand weiß dies – mal sehen, ob die folgende Wetterregel eintrifft. „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.“

Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Oktober 2023 betrug plus 12,6 Grad Celsius. Vergangenes Jahr war es der Rekordwert von plus 13,8 Grad warm, und der Durchschnitt seit 1991 bis 2020 weist für den Oktober bei uns den Wert von plus 9,5 Grad aus. Frost gab es in diesem Oktober an 2 Tagen, am Erdboden (5 cm darüber) ging die Temperatur an 3 Tagen unter null. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter, wurden heuer 7 gezählt, und in der Summe kamen 60,6 Liter Niederschlag zusammen. Im Jahr 2022 waren es im Oktober 73,1 Liter, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1991 – 2020) sind es im Oktober 68,4 Liter pro Quadratmeter. Geschneit hat es auf Stationshöhe im Oktober noch nicht.

Nebel, mit Sichtweite weniger als 1 km, gab es auf Stationshöhe an 1 Tag, und der Wind frischte an 9 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 161,1 Stunden - vergangenes Jahr waren es 164,1 Stunden, und seit 1991 bis einschließlich 2020 schien die Sonne bei uns im Oktober durchschnittlich 127,9 Stunden.

Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter