Witterungsverlauf April 2021

Witterungsverlauf im April 2021


Witterungsverlauf im April 2021 Der diesjährige April war in seinem Witterungsverlauf recht sonnig, wieder mal zu trocken aber - und gänzlich unerwartet - auch viel zu kalt. Mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von 6,1 Grad blieb er um 2,7 Grad unter seinem Mittelwert und wurde dadurch zum kältesten in der zur Zeit gültigen Referenzperiode der Jahre 1991 – 2020.

Wer hätte dies voraussagen wollen, wo doch in den nahen zurückliegenden Jahre gerade der April von Jahr zu Jahr wärmer und sonnenscheinreicher wurde, und der wärmste April in dieser Vergleichsperiode mit einer Monatsdurchschnitts- temperatur von 13,1 Grad gerade mal 3 Jahre zurück liegt. Der April aus dem Vorjahr 2020 wurde übrigens mit 11,7 Grad zum drittwärmsten. Nun also der kälteste - und dies seit mindestens 30 Jahren.

Zur Einordnung: Im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1991 – 2020) war es bei uns im April durchschnittlich plus 8,8 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 58,0 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien seit 1991 - 2020 im Mittel 182,5 Stunden.

Der diesjährige April brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 6,1 Grad Celsius, also ein um 2,7 Grad zu kalter April - nur 38,0 Liter Niederschlag (66%) doch mit 222,5 Sonnenscheinstunden (122% des durchschnittlichen Sonnenscheins) ein recht sonniger April.

Mit dem im April wärmsten Tag begann der 4. Monat in diesem Jahr Jahr. Das Thermometer zeigte am Monatsersten als Maximumtemperatur 24,2 Grad an und schrammte mit diesem Wert nur um 0,8 Grad am Wert eines Sommertages (25 Grad und mehr) vorbei. Dazu schien die Sonne 10,6 Stunden lang. Doch schon auf den Folgetag rauschte die Temperatur in den Keller, und das Thermometer zeigte 11 Grad weniger als am Monatsersten an. Ostersonntag war in diesem Jahr am 4. April – ein herrlicher Tag der einen mit 12,1 Stunden ununterbrochenem Sonnenschein wärmte, sofern man in der Sonne stand. Nachts war es mit minus 3,5 Grad noch recht frostig und tagsüber kam die Temperatur im böigen Wind auch nicht über 12,6 Grad hinaus. Noch kälter war der Ostermontag – der Wind drehte von Südwest auf Nordost und nachmittags kam Regen auf. Zum Abend hin packte dann Frau Holle nochmals ihre Betten aus und schüttelte sie so kräftig, so dass am folgenden Dienstag 4 cm Neuschnee die Landschaft bedeckte. Tagsüber schmolz die Decke wieder bis auf Schneeflecken ab, doch wiederum am Folgetag lagen erneut 2 cm Neuschnee. Die Temperatur war in dieser Zeit am Boden bis auf minus 7,2 Grad zurückgegangen und in der Luft (in zwei Metern Höhe) bis auf minus 4,7 Grad.

Übrigens: Am 6. April ging die Temperatur nach Angaben des DWD in Meßstetten sogar auf -13,6 zurück. Es war der bundesweit tiefste Wert.

Die Blüten der Frühblüher färbten sich durch die 7 Frosttage vom 3. bis zum 9. April von weiß in braun und werden keine Früchte mehr tragen, Auch die Bienen fanden bei dieser Witterung keinen Nektar mehr und zogen sich wieder ins Bienenhaus zurück. Regen war im ersten Monatsdrittel ebenfalls Mangelware – an Regen und Schnee kamen gerade mal 5,4 Liter pro Quadratmeter zusammen.

Das zweite Monatsdrittel begann windig und mit einem kräftigen Regenguss. Diesmal zeigte der Regenmesser 15,2 Liter an – grob gerechnet sind das eineinhalb Gießkannen pro Quadratmeter, und dieser Regenguss war willkommen. Und nochmals schüttelte Frau Holle ihre Betten und hörte erst auf, als die Flur auf Stationshöhe mit 5 cm Schnee zugedeckt war. Auch die Nachttemperaturen blieben im zweiten Monatsdrittel winterlich und fast durchgängig unter Null – tagsüber schwankte die Temperatur um die 9 Grad plus. Wahrlich keine Frühlingstemperaturen. Das zweite Monatsdrittel war dann auch das kälteste und dunkelste, brachte aber den meisten Niederschlag und fiel trotzdem zu trocken aus.

Am sonnigsten und wärmsten wurde das letzte Monatsdrittel. Jetzt gab es „nur“ noch 4 Frosttage und die Tageshöchst- temperatur kletterte aufgrund der glatten 100 Sonnenschein- stunden auf durchschnittlich 16,1 Grad. Insgesamt aber wurden in diesem April noch 18 Frosttage registriert, und an 6 Tagen schneite es. Zur Erinnerung im Vorjahr 2020 gab es nur 6 Frosttage und keinen Schneefall im ganzen April. Der April 2021 endete mit einem regnerischen Tag (12,2 Liter willkommenen Niederschlag), 9,2 Grad Tageshöchsttemperatur und 52 Minuten Sonnenschein. Doch trotz der kühlen Witterung begann es nun allenthalben zu blühen und zu grünen.

Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des April 2021 betrug plus 6,1 Grad Celsius. Vergangenes Jahr lag sie bei plus 11,7 Grad und im Durchschnitt der 30-jährigen Vergleichsperiode (1991 bis 2020) war es bei uns im April plus 8,8 Grad warm/kalt. Es wurden noch 18 Frosttage registriert – im Durchschnitt sind es 5,5 Frosttage. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter, dagegen wurden nur 5 gezählt und in der Summe kamen auch nur 38,0 Liter zusammen. Im Jahr 2020 regnete es im April noch weniger, nämlich nur 5,3 Liter, und im Durchschnitt seit 1991 - 2020 fielen 58,0 Liter pro Quadratmeter an der Messstelle. Geschneit hat es auf Stationshöhe im diesjährigen April noch an 6 Tagen. Nebel gab es keinen, und der Wind frischte auch nur an 6 von 30 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation beachtliche 222,5 Stunden. Vergangenes Jahr waren es stolze 318,9 Stunden, und seit 1991 bis einschließlich 2020 schien die Sonne im April durchschnittlich 182,5 Stunden.

Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter