Witterungsverlauf Juni 2020

Witterungsverlauf im Juni 2020


Nach dem Juni von 2019, der in Deutschland zum wärmsten und sonnigsten Juni seit dem Beginn flächendeckender Messungen wurde, folgte in diesem Jahr ein Juni, der sich im Witterungsverlauf mehr an den Durchschnittswerten ausrichtete. In der Beurteilung war der diesjährige eine Nuance zu warm, durchschnittlich feucht und etwas zu dunkel.

Den Beweis liefern die Messwerte. Im Mittel der Vergleichsperiode von 30 Jahren (1981 – 2010) war der Juni an der Station 15,7 Grad warm, es regnete durchschnittlich 98,4 Liter/Quadratmeter, und die Sonne schien (1991 - 2010) durchschnittlich 227,6 Stunden.
Der diesjährige Juni brachte es dagegen auf eine Durchschnittstemperatur von 16,1 Grad – also um 0,4 Grad zu warm, 209 Stunden Sonnenschein (92%) (im Vorjahr 321 Stunden) und 99,6 Liter Niederschlag (101%) auf jeden Quadratmeter an der Messstelle.
Das belegen auch die 10 Sommertage mit jeweils 25 Grad und mehr (8 sind es durchschnittlich) und dem Fehl von „Heißen Tagen“ mit 30 und mehr Grad in diesem Jahr. Durchschnittlich gibt es im Juni 1,2 „Heiße Tage“ – vergangenes Jahr wurden 6 „Heiße Tage“ alleine im Juni registriert, aber in diesem Jahr gab es noch nicht einen einzigen. Übrigens: Der 11. Mai 2012 ist bislang der früheste Tag, an welchem die 30 Grad-Marke erreicht und überschritten wurde. Doch in diesem Jahr ganz wichtig: Der Juni kann eine ausgeglichene Niederschlagsbilanz vorweisen.
Der diesjährige Juni begann mit Pfingstmontag sommerlich und sonnig. Doch nach den 25,4 Grad Tageshöchsttemperatur am Monatszweiten folgte ein Temperatursturz, und so wurden am 5. Juni nur noch 14,2 Grad als Tageshöchsttemperatur registriert. Am 9.Juni zeigte dann das Thermometer den niedrigsten Tageshöchstwert vom ganzen Monat mit 12,1 Grad an. Zudem hatte Regen und Wind eingesetzt und es zogen schwache Gewitter über den Landkreis hinweg. In den ersten 20 Tagen regnete es an 14 Tagen und jeweils mehr als einen Liter pro Quadratmeter. Solche Tage werden als Regentage bezeichnet. Meist waren es nur kleine Mengen, doch am 17. Juni tat es einen kräftigen Guss – da prasselten 21,6 Liter pro Quadratmeter an der Messstelle nieder. Vom 20. bis zum Monatsende kamen nochmals 11,1 Liter zusammen, so dass der diesjährige Juni 99,6 Liter vorweisen kann – gerade mal 1,2 Liter mehr als die durchschnittliche Niederschlagsmenge von 98,4 Litern pro Quadratmeter.
Der Natur tat es gut. Trotzdem fehlen im Zeitraum Januar bis einschließlich Juni an der Messstation in Balingen-Heselwangen noch 73 Liter zum Durchschnittswert von 427,3 Litern in diesem Zeitraum.

Bei der Temperatur ging es über den Monat hinweg weiter auf und ab. Bis zum 20. war der Juni noch um 1 Grad zu kalt.
Am 20. Juni war in diesem Jahr der astronomische Sommeranfang. Gäbe es an der Messstation keinen Schatten der Berge, so bliebe zum Sommeranfang die Sonne 16 Stunden und 12 Minuten über dem Horizont.

Um 13.26 Mitteleuropäischer Sommerzeit steht an diesem Tag bei uns die Sonne genau im Süden und erreicht ihren Höchststand von rund 65 Grad über dem Horizont. Nach der Sommersonnwende wird der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen wieder flacher und die Nächte werden wieder länger.
Das letzte Monatsdrittel war, wenn man es so bezeichnen wollte, das „sommerlichste“, denn vom 21. – bis zum 30. Juni schien die Sonne alleine 115 Stunden, und an 8 Tagen wurden mindestens 25 Grad erreicht, dabei auch der Monatshöchstwert von 27,3 Grad am 26. Juni. Auch wenn es an „Siebenschläfer“ (27. Juni) etwas regnete, kletterte die Temperatur doch auf 26,7 Grad. Und dieser Tag wurde mit einem Tagesmittel von 21,4 Grad zum durchschnittlich wärmsten Tag vom ganzen Juni.
Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des Juni 2020 betrug plus 16,1 Grad. Vergangenes Jahr waren es 19,4 Grad, und im Durchschnitt seit 1981 bis 2010 ist es bei uns im Juni plus 15,7 Grad warm. Zehn Sommertage (25 und mehr Grad) – (8 sind es durchschnittlich) kann der diesjährige Juni vorweisen. „Heiße Tage“ mit 30 und mehr Grad gab es aber nicht einen einzigen, im Vorjahr waren es sechs. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden 17 gezählt und in der Summe kamen 99,6 Liter Niederschlag zusammen. Im Jahr 2019 regnete es im Juni 106,3 Liter, und im Durchschnitt seit 1981 - 2010 fielen bei uns 98,4 Liter/Quadratmeter.

Nebel wurde auf Stationshöhe an 2 Tagen registriert, und an 4 Tagen gab es schwache Gewitter. Der Wind frischte an 7 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 209 Stunden - im vorausgegangenen Juni 2019 war es der Rekordwert von 321 Stunden und seit 1991 bis einschließlich 2010 gab es durchschnittlich im Juni 227,6 Sonnenscheinstunden.


Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter