Witterungsverlauf März 2020

Witterungsverlauf im März 2020


Verkehrte Wetter-Welt. Der März begann mit Frühling und endete mit Winterwetter. Im gesamten betrachtet fiel der März 2020 aber etwas zu warm, recht sonnig und auch zu trocken aus.

Zur Einordnung: Im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 – 2010) war es bei uns im März durchschnittlich plus 4,3 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 57,8 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien seit 1991 - 2010 durchschnittlich 136,6 Stunden.

Der diesjährige März brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 5,2 Grad Celsius, nur 31,2 Liter (54 %) Niederschlag aber auf beachtliche 199,4 (146 %) Sonnenscheinstunden. Im diesjährigen März wurden auch noch 17 Frosttage registriert (durchschnittlich sind es 15 Frosttage und 0,8 Eistage) und an 3 Tagen fiel noch Schnee. Eine geschlossene Schneedecke wurde aber nur am 30. März festgestellt. Nach dem sogenannte Hundertjährige Kalender, an den immer noch geglaubt und vertraut wird, sollte der März 2020 eiskalt beginnen. Ab dem 4. März 2020 sollte es dann stark regnen und danach schneien. Wiederum danach sollte bis zum 20. März große Kälte folgen. Nichts war dran an dieser Prophezeiung, nur dass sie mal wieder eindeutig daneben lag.
In Wirklichkeit begann der März recht mild, windig und mit etwas Regen. Danach wurde es von Tag zu Tag wärmer, der Wind schwächer, und gelegentlich regnete es etwas – aber bis zum 20. März nur knapp 20 Liter pro Quadratmeter. Am 16. März war dann der wärmste Tag im Monat mit plus 19,3 Grad Celsius.
Am astronomischen Frühlingsanfang, am 20. März (Tag und Nacht sind nun gleich lang), kletterte die Temperatur nochmals in der Luft auf plus 18,2 Grad und ging bei Nacht auf plus 3,9 Grad zurück bei 7,6 Sunden Sonnenschein Doch mit Blitz und Donner und Graupelschauern endete dieser Tag, und mit der Temperatur ging es buchstäblich in den Keller. Tags darauf waren es 10 Grad weniger bei der Tageshöchsttemperatur, und tagsüber wurde es kälter und es begann auch zu schneien.

Bei Nacht fielen die Temperaturen nun durchgängig unter die Frostgrenze und so waren die letzten 10 Märztage allesamt Frosttage. Ein Hochdruckgebiet mit Kern über Weißrussland bestimmte nun das Wetter und lenkte kalte Festlandluft zu uns. Besonders vom 22. bis 25. März wehte ein äußerst unangenehmer kalter Wind aus Nordost. Dazu schien reichlich die Sonne. Insgesamt kamen bis zum Monatsende im letzten Monatsdrittel von den insgesamt 199,4 Stunden allein 96,2 Sonnenstunden zusammen. Doch am Sonntag, 29. März, kehrte der Winter zurück. An diesem insgesamt unwirtlichen Tag fiel am frühen Nachmittag Schneegriesel, welcher am Abend und in der Nacht in Schnee überging. Zum Messtermin am Folgetag lagen 5 cm pappiger Schnee, wobei jeder Zentimeter 1,6 Liter Wasser pro Quadratmeter in sich speicherte. Der Winter war für einen Tag zurück gekehrt. Der März endete sonnig aber auch mit dem Tagestiefstwert vom ganzen Monat – minus 8,7 Grad am Boden und minus 6,8 Grad in der Luft am 31. März.

Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des März 2020 betrug plus 5,2 Grad - vergangenes Jahr waren es 6,6 Grad, und im Durchschnitt seit 1981 bis 2010 war es bei uns im März plus 4,3 Grad warm/kalt. Zusammengezählt wurden im März 2020 noch 17 Tage mit Frost registriert. Eistage, an denen das Thermometer ganztägig unter null Grad anzeigt, gab es in diesem März keine. Regentage mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden 7 gezählt, und in der Summe kamen heuer magere 31,2 Liter zusammen. Im Jahr 2019 regnete es im März 62,9 Liter, im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 – 2010) sind es immerhin 57,8 Liter. Schnee fiel in diesem März an 3 Tagen – eine geschlossene Schneedecke kam auf Stationshöhe aber nur an einem Tag zusammen – im letzten Jahr an 2 Tagen. Nebel gab es heuer im März ebenfalls nur an einem Tag, doch der Wind frischte an 12 Tagen mindestens bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 199,4 Stunden - im Jahr 2019 waren es etwas weniger, nämlich 179,7 Stunden und im Schnitt seit 1991 - 2010 sind es bzw. waren es 136,6 Sonnenscheinstunden.


Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.

Karl-Heinz Jetter