Witterungsverlauf Januar 2012

Witterungsverlauf im Januar 2012


Zu warm, zu nass und zu dunkel - das ist die Kurzbilanz über das Wetter vom eben zu Ende gegangenen Januar 2012. Kein Wintermonat also und dies obwohl es zum Monatsende hin noch sehr frostig wurde und es auch etwas Schnee gab.

Im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 - 2010) war es bei uns im Januar durchschnittlich plus 0,1 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 49,1 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien seit 1991 - 2010 durchschnittlich 84,9 Stunden. Der diesjährige Januar brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 1,8 Grad Celsius, 75,4 Liter Niederschlag und nur 61,5 Sonnenscheinstunden.

Im Witterungsverlauf war es zum Monatsanfang am wärmsten und zum Monatsende hin am kältesten. Wärmster Januartag war der Neujahrstag mit plus 12,9 Grad Celsius - um Mitternacht des 31.Januar zeigte dagegen das Thermometer minus 8,7 Grad an um dann bis zum Morgen des 1. Februar sogar auf minus 12,7 Grad zurück zu gehen.
Der sogenannte "Hundertjährige Kalender" prophezeite mehr oder weniger das Gegenteil. Nach seiner Prognose sollte der Januar bis zur Monatsmitte eisig kalt, dann milder, wieder kalt und zum Monatsende hin wieder milder sein. Doch das Januarwetter belegt mal wieder, dass auf die Prophezeiungen dieses noch immer veröffentlichten und geglaubten Scharlatanwerkes kein Verlass ist. Das Wetter wiederholt sich nicht in regelmäßigen Abständen und richtet sich auch nicht nach Sonne, Mond und Sternen. Wahrheit ist, dass der Monat sehr mild und regnerisch begann und Schnee in größeren Mengen nur in den Hochlagen zu liegen kam - in Vorarlberg und Tirol aber so viel Schnee, dass dort ganze Dörfer von der Außenwelt zeitweilig abgeschnitten waren. An der Station waren es am Erscheinungsfest (6. Januar) gerade Mal 2 cm Neuschnee. Tags davor fegte das Sturmtief "Andrea" über uns hinweg und brachte uns Wind in Sturmstärke (Windstärke 9).
Im zweiten Monatsdrittel wurde es zwar winterlich kalt, es blieb aber trocken und die Sonne ließ sich von den insgesamt 61,5 Sonnenscheinstunden in diesem Monatsdrittel allein 45,5 Stunden blicken.
Das letzte Monatsdrittel begann wieder sehr mild, regnerisch und windig. Vom 19. auf den 20. regnete es 15,6 Liter und es kam wieder Wind auf. Erst ganz zum Monatsende hin zeigte sich auch auf Stationshöhe der Winter mit seiner Strenge und Kraft. An den letzten vier Januartagen schneite es etwas und mit der Temperatur ging es stetig bergab. Den ersten Eistag in diesem Jahr, an dem es den ganzen Tag unter Null Grad blieb, war Sonntag, 29. Januar.

Noch ein paar Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnitts-temperatur des Januars 2012 betrug plus 1,8 Grad Celsius Vergangenes Jahr waren es plus 0,9 Grad und im Durchschnitt seit 1981 bis 2010 war es bei uns im Januar plus 0,1 Grad warm/kalt. Zusammengezählt wurden in diesem Januar 16 Frosttage registriert. Eistage, an denen das Thermometer ganztägig unter null Grad anzeigt, gab es dagegen nur drei. Regentage mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden 12 gezählt und in der Summe kamen 75,4 Liter als Regen oder als geschmolzener Schnee zusammen. Im Jahr 2011 waren es im Januar nur 34,1 Liter, und im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 - 2010) hat es im Januar 49,1 Liter geregnet/geschneit. Schnee fiel heuer im Januar an 13 Tagen - doch eine geschlossene Schneedecke wurde auf Stationshöhe nur an 5 Tagen registriert. An Neuschneesumme kamen dabei auch nur 8 Zentimeter zusammen. Nebel wurde an 2 Tagen bemerkt, und der Wind frischte an 11 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 61,5 Stunden, vergangenes Jahr waren es 66,7 Sonnen- scheinstunden, und im Schnitt von 1991 - 2010 sind es 84,9 Stunden.

Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer, registriert.

Karl-Heinz Jetter